Wie gelingt der Wechsel von einer Montessori-Schule in weiterführende Schulen, Universitäten und das Berufsleben? 

Diese Frage beschäftigt viele Familien, die sich für die KreaMont interessieren. Die Erfahrungen ehemaliger Schüler:innen und Eltern zeigen ein klares Bild: Die in der KreaMont entwickelten Fähigkeiten erweisen sich weit über die Schulzeit hinaus als wertvolle Grundlage.

Erfolgreich weitergehen: Was ehemalige KreaMont-Schüler:innen und Eltern berichten, erfahrt ihr im nachstehenden Artikel.

Viele Montessori-Absolventinnen berichten, dass sie sich besonders bei Projektarbeiten, eigenständigen Recherchen und komplexen Aufgabenstellungen leicht getan haben, weil sie gelernt hatten, selbst Lösungen zu entwickeln.

 

Der  Bildungsweg der Montessori-Absolventinnen an der KreaMont in Niederösterreich (Bezirk Tulln)

Einige unserer Absolventinnen erklären wie sie die KreaMont auf ihrem weiteren Bildungsweg geprägt hat und welche Bildungs- und Berufskarrieren eingeschlagen wurden.

Selbstständigkeit als Schlüsselkompetenz

Ein Thema zieht sich durch nahezu alle Berichte ehemaliger Schüler:innen: die Fähigkeit, selbstständig zu lernen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.

Während in vielen Schulen vor allem vorgegebene Aufgaben abgearbeitet werden, lernen Kinder in der KreaMont, ihre Zeit einzuteilen, eigene Lernziele zu verfolgen und Herausforderungen eigenständig zu bewältigen. Diese Selbstorganisation hilft später in weiterführenden Schulen, im Studium und im Berufsleben.

Erfolgreicher Übergang in weiterführende Schulen

Die Bildungswege ehemaliger KreaMont-Schüler:innen sind vielfältig. Sie führen in HTLs, BORGs, Kunst- und Designschulen, technische Ausbildungen sowie an Universitäten und Fachhochschulen.

Mehrere Absolvent:innen berichten, dass sie vor dem Wechsel in eine Regelschule zunächst unsicher waren. Bereits nach kurzer Zeit stellte sich jedoch heraus, dass sie fachlich auf dem gleichen Niveau wie ihre Mitschüler:innen waren. Die eigentliche Herausforderung lag weniger im Lernstoff als in der Umstellung auf ein stärker vorgegebenes Schulsystem.

Besonders hilfreich erwiesen sich dabei die in der KreaMont erworbenen Kompetenzen: 

  • Eigeninitiative
  • Lernfreude und
  • die Fähigkeit, Wissen nachhaltig zu verstehen, statt es nur kurzfristig auswendig zu lernen.
Absolvent*innen-Statistik
In den Jahren 2018 bis 2020 gingen von insgesamt 18 Absolvent*innen

55% BORG – Bundesoberstufen-Realgymnasium
28% BHS – in eine berufsbildende höhere Schule
17% WALZ – in die w@lz
KreaMont AbsolventInnen-Statistik

Sie hatten gelernt, den Sinn hinter dem Lernstoff zu erkennen.

Montessori Absolventinnen der KreaMont

Lernen mit Verständnis statt Auswendiglernen

Viele ehemalige Schüler:innen beschreiben einen wesentlichen Unterschied zu ihren späteren Schulkolleg:innen: Sie hatten gelernt, den Sinn hinter dem Lernstoff zu erkennen.

Dadurch konnten sie Wissen langfristig behalten und in neuen Situationen anwenden. Während andere Inhalte häufig für Prüfungen lernten und später wieder vergaßen, verfügten sie über ein tieferes Verständnis von Zusammenhängen.

Diese Fähigkeit unterstützt nicht nur schulischen Erfolg, sondern auch lebenslanges Lernen.

 

Kreativität und Problemlösungskompetenz

Kreativität wird in der KreaMont nicht nur als künstlerische Fähigkeit verstanden. Sie zeigt sich auch in der Fähigkeit, neue Wege zu finden, Fragen zu stellen und Herausforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.

Viele Absolvent:innen nennen genau diese Kompetenz als einen ihrer größten Vorteile. Ob in technischen Ausbildungen, kreativen Berufen oder an Universitäten – die Fähigkeit zum „Out-of-the-box-Denken“ hilft dabei, eigenständige Lösungen zu entwickeln und neue Ideen umzusetzen.

Lernen ohne Angst und Leistungsdruck

Ein weiterer Aspekt, der in den Erinnerungen vieler ehemaliger Schüler:innen besonders präsent ist, ist die entspannte Lernatmosphäre.

Viele berichten, dass sie ihre Schulzeit nicht mit Prüfungsangst, Notendruck oder Stress verbinden. Stattdessen konnten sie eine positive Beziehung zum Lernen entwickeln.

Diese Erfahrung wirkt oft langfristig nach. Lernen wird nicht als Belastung empfunden, sondern als natürlicher Prozess, der Neugier und Entwicklung ermöglicht.

Gemeinschaft, Freundschaften und Mitbestimmung

Neben den fachlichen Kompetenzen prägen vor allem die sozialen Erfahrungen die Erinnerungen an die KreaMont.

Gemeinsame Projekte, Exkursionen, Waldtage, Landschulwochen und die altersgemischten Gruppen schaffen enge Beziehungen und langjährige Freundschaften. Viele Absolvent:innen betonen, wie sehr sie von der offenen Kommunikation und dem respektvollen Umgang miteinander profitiert haben.

Die gelebte Soziokratie und die Möglichkeit zur Mitgestaltung fördern Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, die eigene Meinung konstruktiv einzubringen.

Was Eltern an der Montessorischule besonders schätzen

Auch Eltern beschreiben die KreaMont als weit mehr als eine Schule. Viele erleben sie als Gemeinschaft, in der Kinder, Eltern und Pädagog:innen gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Besonders geschätzt werden:

  • die individuelle Begleitung der Kinder
  • die stressarme Lernumgebung
  • die Förderung von Selbstständigkeit
  • die kreative Entfaltung
  • die soziale und demokratische Bildung
  • die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schule und Familie

Viele Eltern berichten, dass ihre Kinder gelernt haben, Konflikte respektvoll zu lösen, Verantwortung zu übernehmen und selbstbewusst mit Erwachsenen zu kommunizieren.

Montessorischule – eine Schule für das Leben

Die Erfahrungen ehemaliger Schüler:innen und Eltern zeigen, dass Bildung weit über Fachwissen hinausgeht.

Die KreaMont vermittelt nicht nur mathematische, sprachliche oder naturwissenschaftliche Kompetenzen. Sie unterstützt Kinder dabei, selbstständige, verantwortungsvolle und kreative Persönlichkeiten zu werden, die ihren eigenen Weg gehen können.

Der größte Unterschied ist nicht, was ich gelernt habe, sondern wie ich gelernt habe.“

Eine ehemalige Schülerin der KreaMont | Genau diese Haltung begleitet viele KreaMont-Absolvent:innen erfolgreich durch Schule, Studium, Beruf und Leben.

Zitate von SchülerInnen und AbsolventInnen der Kreamont

Dunja: „Ich mag die Schule sehr, weil man nicht so viel Druck bekommt wie in anderen Schule und das find ich sehr gut. Du hast die freie Wahl, was du lernen kannst.“

Johanna: „In der Freiarbeit kann man sich entscheiden, in welchen Raum man mit seinen Sachen geht und was man dort lernt. Es gibt in jedem Raum verschiedene Themen, z.B. im Kosmosraum da gibt’s Tiere, Natur, Himmel, Sterne, Physik, viele verschiedene Dinge. Es gibt einen Sprachraum, das geht’s um Schreiben, Lesen und Wörter, Buchstaben. Es gibt einen Matheraum, da geht’s um Zahlen, Rechnen.“

Helena: „Die Freiheit, dass wir nicht müssen, sondern dürfen oder können. Ich hab größere Lust in die Schule zu gehen, wenn ich nicht MUSS, sondern wenn ich mir aussuchen kann, was ich mach. Das find ich sehr schön!“

Jakob: „Es ist, find ich, einfach besser, wenn man machen kann, was einem Spaß macht, als wenn man machen muss, worauf man keine Lust hat. Das Schönste ist, dass es einem Spaß macht, dass man Spaß haben kann – auch mit den Lehrern.“

Jana: „Das schönste ist, dass die Lehrer so nett sind. Ich würde anderen Kindern empfehlen hier in die Schule zu gehen, weil’s hier toll ist zu lernen und weil man immer die Wahrheit sagen kann und was einen bedrückt. Wenn mich etwas bedrückt, kann ich mit einer Freundin oder einem Lehrer drüber reden.“

Waiona:Das Schönste an der KreaMont ist für mich, dass man frei lernen kann und dass man auch mit einem Teppich auf dem Boden lernen kann. In der Schule mach ich am liebsten im Kosmosraum Projekte, z.B. über den Laubfrosch. Wenn ich ein Projekt machen will, dann such ich mir ein Tier raus und dann schreib ich den Namen groß und dann such ich Informationen in den Büchern. Wenn das Projekt fertig ist, dann kann man’s präsentieren in seiner Stammgruppe.“

Mira:An der KreaMont ist super, dass die Kinder in der Soziokratie sind und mitentscheiden können.“

Liam:Ich finde besonders, dass die Schule offen für Veränderungen ist.“

 

Stimmen von AbsolventInnen

Der Weg und Werdegang der KreaMont-AbsolventInnen gibt einerseits den Pädagog*innen wertvolle Bestätigung für das, was sie tagtäglich tun. Andererseits bestärkt er die Eltern in ihrer Schulwahl. An der Schule Interessierte bekommen Antwort auf die Frage „Kann das funktionieren?“ – Ja, es funktioniert!

 

HARALD LIST, „GRÜNDUNGS“-SCHÜLER VON 1994 BIS 1998

Persönlicher Werdegang im Anschluss an die KreaMont:

Umstieg ins Gymnasium Klosterneuburg, danach Wechsel an die HLW Tulln. Nach Matura und Zivildienst Studium der Volkswirtschaft, Filmproduktion (B.A.) und Journalismus (M.A.).  Aktuell hauptberuflich tätig als Medienbeobachter und -analyst sowie als freiberuflicher Medienberater und Journalist.“

Wie hast Du den Umstieg in eine weiterführende Schule erlebt?

Im letzten Jahr der KreaMont gab es einen gewissen Druck, es doch irgendwie ins Gymnasium zu schaffen. Durch diesen auch selbst auferlegten Druck habe ich im letzten KreaMont-Jahr sicher die größten Fortschritte gemacht. Im Gymnasium hatte ich anfangs Probleme in Englisch, aber keine in Mathematik.“

FLORIAN MÖDRITSCHER, SCHÜLER VON 2004 BIS 2012

Acht unvergessliche und unglaublich tolle und prägende Jahre.“

Wie hast Du den Umstieg in eine weiterführende Schule erlebt?

Natürlich war es eine große Umstellung: von knapp 60 auf knapp 2000 Schüler. Sowohl in den allgemeinbildenden Fächern wie Mathe, Deutsch und Englisch als auch in Geografie etc. war ich mit meinen neuen KlassenkollegInnen größtenteils gleich auf, wenn nicht sogar besser dran. Als weiterer toller Effekt war zu beobachten, dass ich anscheinend einer der wenigen war, der die letzten acht Jahre Schule eigentlich genossen hatte. Eine sehr positive Eigenschaft, die ich von der KreaMont mitnehmen konnte, war die Selbstorganisationsfähigkeit.“

MARA BAURECHT, SCHÜLERIN VON 2006 BIS 2014

Es waren die besten acht Jahre meiner Schulzeit, in denen ich Spaß und alle Freiheiten hatte, das zu lernen, was mich interessiert, in Gesellschaft von guten Freund*innen und Lehrer*innen, denen es wichtig ist, dass jeder gefördert und respektiert wird.“

Wie hast Du den Umstieg in eine weiterführende Schule erlebt?

Im ersten halben Jahr musste ich mehr Zeit fürs Lernen aufwenden als meine Mitschüler*innen. Danach war ich auch in den Fächern, die ich in der KreaMont etwas vernachlässigt hatte, auf dem Stand meiner Mitschüler*innen. In der KreaMont wurde eindeutig mehr Wert auf die wichtigeren Dinge im Leben wie Toleranz, Lebensfreude und soziale Kontakte gelegt. Dadurch war es für mich unverständlich, dass den meisten in meiner Klasse Noten so wichtig waren und dass sie glaubten, dass sie dumm sind, nur weil sie einen Fünfer geschrieben haben.“

Inwiefern hat Deine Zeit in der KreaMont dich geprägt?

Ich bin extrem froh, dass ich acht Jahre in der KreaMont verbringen durfte. Ich bin dankbar, dass in dieser Zeit Wert auf Respekt und Toleranz gelegt wurde und niemand mit Noten, die nichts über die Intelligenz aussagen, belastet wurde.“